Strohbärfreunde aus Binsdorf

Alte Beisdorfer Fasnet

…damit ist gemeint, dass in Binsdorf schon lange vor der Gründung der Narrenzunft (1984) die Fasnet gefeiert wurde.

Den Strohbär zusammen mit den zwei verschiedenen Figuren, Bauer und Fasnetsbutz, gibt es schon seit etlichen Jahrzehnten in Binsdorf.

Mündlichen Überlieferungen zufolge, kann der Brauch des Strohbären in Binsdorf um das Jahr 1850 datiert werden. Er ist eine Figur der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet und war in vielen landwirtschaftlich geprägten Ortschaften verbreitet, in denen Fasnet gefeiert wurde. Leider wird dieser Brauch in vielen Gemeinden heute nicht mehr praktiziert.

Der Binsdorfer Strohbär wird aus langhalmigen Weizenstroh gebunden. Hierbei wird zum Einbinden die Ansetztechnik verwendet.
Zum Fasnetsumzug wird er von einem Treiber durch den Ort getrieben. Der Treiber trägt einen Frack mit Zylinder, dazu eine „Goaßel“.
Ein Akkordeonspieler begleitet den Strohbär ebenfalls und spielt die schwäbische Weise „Es hot an Bauer an zottliga Hond“.

Der Stohbär ist eine einfache Art sich zu verkleiden. Ideengeschichtlich leitet sich der Strohbär von der Figur des „Wilden Mannes“ ab, der als Fasnetsfigur zusammen mit dem Narr seinen Ausgangspunkt im ausgehenden Mittelalter hat. Der „Wilde Mann“ stand auch für Unheil oder den Teufel.
In Binsdorf wird dieses schöne Brauchtum bis heute gewahrt und gepflegt.
Die Narrenzunft Wellendingen freut sich über den Bär aus Binsdorf.